Vielerlei neue Aspekte der Gewaltprävention erlernt

von Ingo Montermann

Fünf Jahre Pil-Sung-Projekt an der Grundschule Namedy

Beim Pil-Sung-Projekt an der Grundschule Namedy stand die Gürtelprüfung an.

Namedy. „Tue immer dein Bestes und gib niemals auf.“ Dieses Motto verinnerlichen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Namedy in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen während des Pil-Sung-Projekts, das unter der Leitung von Sylvia Paffrath von der Black Belt Academy in Andernach angeboten wurde. Das zehn Wochen andauernde Projekt wurde nun zum fünften Mal durchgeführt, wodurch die älteren Schüler und Schülerinnen vielerlei neue Aspekte der Gewaltprävention erlernten. Das Einhalten von gemeinsam erstellten Verhaltensregeln, Umgangsformen und Regeln zum sozialen Miteinander begleiteten durchgehend das Projekt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, dass die Kinder eine gewisse Verantwortung für ihr eigenes Tun übernehmen. In diesem Schuljahr nahmen die Kombiklassen getrennt an diesen Trainingseinheiten teil. Hier standen in der Kombiklasse 1/2 die Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sowie ein angemessener Umgang mit herausfordernden Gefahrensituationen im Mittelpunkt. Dazu gehören laute Stimme beim Hilferuf, das schnelle Wegrennen, zu niemandem ins Auto steigen, Vorsicht beim Öffnen der Haustür und auch die ersten Verteidigungsstrategien bei Angriffen. Im Schulalltag zeigte sich bei Notfallsituationen auch das Auswendiglernen einer „Notrufnummer“ eines Elternteils als überaus hilfreich. Viele wichtige Sachverhalte zur Gewaltprävention wurden angesprochen, um mögliche Gefahrensituationen zu erkennen, diese einzuschätzen, entsprechend zu reagieren oder solche überhaupt zu vermeiden.

Neue, verschiedene Verhaltensweisen trainierten die Kinder der dritten und vierten Klasse. Hier wurden gezielt Übungen zur Abwehr eines Gegners und weiterführende Verteidigungstechniken in Partnerarbeit durchgeführt. Des Weiteren wurde durch dieses Training das respektvolle Miteinander, die Disziplin, die Selbstkontrolle, der gegenseitige Respekt und Hilfsbereitschaft der Schüler untereinander gefördert.

Nach neun Trainingseinheiten erreichten alle Kinder das Ziel, an der abschließenden Gürtelprüfung teilzunehmen. Da dieses Projekt seitens des Landessportbundes und durch die ADD unterstützt wird, freuten sich die Verantwortlichen über den Besuch von Stefan Kölsch von der ADD Koblenz als Schulsportleiter für den Fachbereich Sport. In seiner Ansprache erklärte er, dass er gemeinsam mit Sylvia Paffrath vor neun Jahren dieses Projekt eingeleitet hat. Es diene nicht nur der Gewaltprävention, sondern sei auch für die Wertevermittlung wichtig.

Viele Eltern fanden sich zur abschließenden Gürtelprüfung ein und applaudierten ihren Kindern – vor allem auch bei der Urkundenübergabe. Traditionell erhielt Sylvia Paffrath einen selbst gebackenen Schokoladenkuchen.

Die Grundschule Namedy bedankt sich für die finanzielle Unterstützung des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, der das Projekt im Rahmen des Programms „Locker bleiben - ohne Gewalt gewinnen“ fördert, bei der Stiftung der Kreissparkasse Mayen „Unsere Jugend fördern“ und dem gemeinsamen Förderverein der KiTa und Grundschule Namedy.

Mit dem Präventionsprojekt „locker bleiben – ohne Gewalt gewinnen“ unterstützt der Landessportbund Rheinland-Pfalz Vereine, Verbände, Schulen und sonstige Institutionen, die vor Ort gewaltpräventive Maßnahmen umsetzen wollen. Dabei greift das Projekt seit mittlerweile zehn Jahren erfolgsversprechend auf die Potenziale des Sports zurück. Denn Sport trägt nicht nur zur körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit bei. Durch Sport lernt der einzelne auch, mit Siegen und Niederlagen umzugehen, Gegner zu respektieren und ihnen fair gegenüber zu begegnen. Sport vermittelt Toleranz und Regelakzeptanz und bietet somit beste Möglichkeiten, Gewaltpotenzialen vorzubeugen oder sie gar abzubauen.

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